Museum für Altgriechische Technologie


Der unübertroffene Beitrag der Griechen der Antike auf den Gebieten der Philosophie und der bildenden Künste ist allgemein bekannt und wird von niemandem angezweifelt. Genauso bekannt ist auch ihr Beitrag auf dem Gebiet der Wissenschaften. Die Technologie der Griechen der Antike ist dagegen relativ unbekannt, genau wie ihre unglaublichen Leistungen in diesem Bereich. Die Ausstellung des Museums für altgriechische Technologie läßt nach 25 Jahren Forschungsarbeit und Untersuchungen von Kostas Kotsanas ungefähr 300 außerordentliche Erfindungen des altgriechischen technologischen Wunders wiederaufleben (angefangen vom Roboter – Diener des Philon bis hin zum Kino des Heron und von der automatischen Uhr des Ktesibios bis zum analogen Rechenmechanismus von Antikythera), die den Zeitraum von 2000 vor Chr. bis zum Ende der altgriechischen Welt abdecken. Es handelt sich dabei um die authentischste (da sie sich ausschließlich auf Nachforschungen in altgriechischen, lateinischen und arabischen Schriftstücken, auf Informationen auf Tongefäßen und auf die wenigen diesbezüglichen archäologischen Fundstücke stützt) und umfassenste Ausstellung ihrer Art weltweit. Alle Ausstellungsstücke und begleitenden Informationen wurden von K. Kotsanas selbst ohne Zuschüsse jeglicher Art von Seiten öffentlicher oder privater Träger geschaffen und befinden sich ständig im Museum Altgriechischer Technologie und im Museum Altgriechischer Musikinstrumente und Spiele, die sich in Katakolo, in der Nähe von Olympia auf dem westlichen Peloponnes und unter der Schirmherrschaft der Gemeinde von Pyrgos befinden.

Ziel der Museen ist sie, diese ziemlich unbekannte Seite der Kultur der Griechen der Antike aufzuzeigen und zu beweisen, dass die Technologie der Griechen der Antike, kurz vor dem Ende der altgriechischen Zeitepoche, erstaunliche Parallelen zu den Anfängen unserer modernen Technik aufweist. Die Schrauben und Schraubenmuttern, die Zahnräder und gezahnten Lineale, die Rollen und Riemen, die Kettenräder und Ketten, die Flaschenzüge und Seilwinden, die Kolben und Zylinder, die hydraulischen Regler und Ventile, die Steuerautomatik und die Autopiloten, sind nur einige der Erfindungen der Griechen der Antike, die die Grundbausteine ihrer komplexen Technologie darstellen.

Diese Erbstücke, identisch und unersetzlich, bilden auch heute noch die Bausteine unserer modernen Technologie. Ohne die kosten-und mühelose Übernahme dieser Erfindungen hätte sie sich warscheinlich nicht entwickeln können. Nur waren mehr als tausend Jahre Reifungszeit nötig, damit sich die Menschheit diese bewundernswerte und vergessene Technologie zurückeroberte. Die Erforschung dieser Zeitepoche, in der die Spitzentechnologie nicht patentiert wurde, beweist zweifelsohne, dass die moderne westliche, technologische Kultur den Griechen viel mehr zu verdanken hat, als man gewöhnlich annimmt.

Die Ausstellungsstücke werden von ausführlichem optischen und akustischen Anschauungsmaterial begleitet (in griechischer und englischer Sprache), wie z.B. erklärenden Tabellen und Postern mit vielen Informationen, detaillierten Skizzen, Photos und vollständigen Quellenangaben, auch sind viele der Ausstellungsstücke interaktiv. Es gibt Stationen mit Videoprojektionen und Zeichentrickfilmen, die die Funktion der Maschinen erklären, sowie auch Videovorführungen, in denen der Aussteller die Funktion und Bedeutung der Mechanismen erklärt.

Die Ausstellung (die in Einheiten unterteilt ist) folgt allen modernen Ansichten der Erziehungswissenschaft und Museumspädagogik, um auf vielfältigen Ebenen der Bildungsgemeinschaft aller Stufen sowie dem weitläufigeren Publikum die Größe der altgriechischen technologischen Ideen und Technik zu vermitteln. Viele der Ausstellungsstücke und Untersuchungen, auf denen ihre Nachbildung beruht, wurden auf internationalen Konferenzen und Ausstellungen vorgestellt. Auch wurden viele thematische Ausstellungen des Museums in Griechenland und im Ausland vom benachbarten Zyprus bis hin zum weitentfernten Australien veranstaltet.

Durch diese Ausstellung können die Besucher die unglaublichen technologischen Errungenschaften der antiken Griechen kennenlernen und feststellen, dass die Griechen in der Antike a) ein „Kino“ erfunden hatten, das automatisch das gesamte Geschehen eines Mythos in bewegten Bildern mit passender Geräuschkulisse aufführen konnte, b) sich selbstständig fahrende Fahrzeuge (Autos) ausgedacht hatten (leider nur zu Unterhaltungszwecken), mit Autopilot, Gangschaltung, hydraulisch programmierbaren Ventilen und anderem komplizierten Zubehör, c) funktionstüchtige Roboter benutzten, um sich von ihnen bedienen zu lassen, d) die Anfänge der Dampfmaschine entdeckt hatten, e) komplizierte Präzisionsgeräte für Astronomie und Messungen benutzten (z.B. einen analogen Rechner, ein GPS, einen Theodolith – Nivelliergerät usw.), mit deren Hilfe sie genaue astronomische und geodätische Vermessungen anstellen konnten, f) intelligente Maschinen mit Münzeneinwurf erfunden hatten, g) komplizierte Hebemechanismen benutzten, mit denen sie in der Lage waren, hohe Gebäude mit nur wenigen Arbeitkräften zu errichten, h) Uhren und Wecker besaßen, die automatisch und ununterbrochen ohne menschliche Einwirkung funktionieren konnten usw.

All das beweist den hohen Stand der Entwicklung der Technik der Kultur der Griechen der Antike, welche der anfänglichen modernen Technik fast in nichts nachstand und die schon zu Zeiten des hellenistischen Zeitalters zur industriellen Revolution hätte führen können, sofern es die ökonomischen, sozialen und politischen Verhältnisse erlaubt hätten, mit unvorhersehbaren Folgen für die Menschheit.

Der uneigennützige Transport der Wanderausstellungen des Museums (auf Einladung hin) in alle Orte Griechenlands und ins Ausland wird noch mehr Menschen die Gelegenheit geben, diese vollkommen unbekannte Seite der Kultur der antiken Griechen, nämlich deren außerordentliche Technologie, kennenzulernen.