Der pythagoreische Becher

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Der pythagoreische Becher


Es handelt sich um einen einfallsreichen Weinbecher, der einen axionalen oder gerundeten Siphon besaß und außerdem eine Linie, die die Füllgrenze anzeigte. Wenn jemand den Becher übermäßig füllte, bedeckte die Flüssigkeit den Siphon und der Becher leerte sich automatisch. Warscheinlich war er eine Erfindung des Pythagoras (6. Jhdt. v. Chr.), der seine Schüler die Notwendigkeit der Mäßigung lehren wollte. Er hieß auch Becher der Gerechtigkeit, weil er die Grundlagen des Rechts (der Hybris und der Vergeltung) ausdrückt. Sobald das Maß überstiegen ist (Hochmut), verliert man nicht nur das, was über das Maß hinausgeht, sondern auch alles, was bis zu diesem Zeitpunkt erreicht ist (Bestrafung). Mit anderen Worten drückt der Becher das griechische Sprichwort aus „Wer viel haben möchte, verliert auch das Wenige“.

QUELLE: „Heron von Alexandria, Pneumatica“