Der Mauerbohrer („Trypanon“) des Diades

Vorheriges Ausstellungsstück                                                                                                             Nächstes Ausstellungsstück

AUSSTELLUNGSSTÜCKE    >    Die Kriegstechnologie der Griechen in der Antike    >   

Der Mauerbohrer („Trypanon“) des Diades


Er bestand aus einer Plattform auf Rädern und einem Satteldach zum Feuerschutz und der Abschwächung der gegnerischen Angriffe. Auf seinem Boden befand sich auf Stützen eine Rinne (die Rollen an ihrer Unterseite besaß), eine horizontale Winde hinten und zwei Rollen vorne. Ein langer Holzbalken mit Metallkopf war auf geeignete Weise mit Seilen, die vom hinteren Ende ausgingen, über die Rollen liefen, um die Trommel der Winde gingen und am vorderen Ende endeten, angebunden. Die Bediener, die auf beiden Seiten des Balkens standen, zogen die Seile vor- und zurück und der Pfahl schlug mit stetiger Schlagkraft auf die gegnerische Mauer. Zwei zusätzliche, senkrechte Rollen an der Spitze der Rinne sorgten für das genaue Zielen des hin-und zurückgehenden Balkenkopfes und erzielten dabei außerordentliche Durchschlagkraft (wie die heutigen Schlagbohrer, die dieselbe Funktionsart aufweisen). Im Falle des Feststeckens des Balkenkopfes in der gegnerischen Mauer benutzte man hilfsweise die Handwinde zu seinem Loslösen. Aus anschaulichen Gründen ist die rechte Seite des Nachbaus offen.

QUELLE: „Vitruv, Zehn Bücher über Architektur X“, „Athenaeus Naucratita, Über Maschinen“