Das parallaktische Instrument von Ptolemäus

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Das parallaktische Instrument von Ptolemäus


Es handelt sich um ein astronomisches Instrument, das senkrechte Winkel und insbesondere die Parallaxe des Mondes und seine Entfernung zur Erde messen konnte. Es gehört zu den Instrumenten, die ohne geeichte Scheiben konzipiert waren, um das Problem der genauen Gradunterteilung zu überwinden. Es bestand aus einem feststehenden, zweimeterlangen, geeichten Stab mit Lotvorrichtung, einer gleichlangen Visierstange und einer dünnen Stange mit Rillenöffnung auf ihrer gesamten Länge. Letztere waren an einem ihrer Enden mit den Enden des geeichten Lineals verbunden, während ihr anderes Ende mit einem Gleitgelenk verbunden war, so dass sich ein gleichschenkliges Dreieck mit veränderlicher Basis herausbildete. Die Zielvorrichtung bestand aus einer kleinen Platte mit kleiner Öffnung (Okular) und einem Plättchen mit größerer Öffnung, so dass man den ganzen Himmelskörper sehen konnte, wenn man das Auge an das Okular legte. Der Benutzer des Intrumentes zielte auf den Körper, in dem er die Zielleiste drehte und sie entlang der Öffnung des dünnen Stabes hin-und hergleiten ließ. Dann notierte er den Wert auf der dünnen Leiste und durch Drehen ordnete er den Wert der Anzeige auf der geeichten Skala auf der senkrechten Latte zu. Sobald er den Wert der Basis des gleichschenkligen Dreiecks wusste, konnte er mit Hilfe trigonometrischer Tabellen den gewünschten Zielwinkel auf senkrechter Ebene berechnen.

QUELLE: „Ptolemäus, Handbuch der Astronomie (Almagest)“