Der „hydraulische Telegraph“ von Aineias Taktikos

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Der „hydraulische Telegraph“ von Aineias Taktikos


Dabei handelt es sich um eine höchst intelligente Methode der Übermittlung vorher vereinbarter Nachrichten, die Aineias Taktikos im 4. Jhdt. v. Chr. beschrieb (im verloren gegangenen Teil seines Werkes “Poliorketik (Belagerungskunst)“, und die Polybios überlieferte. Sie wurde hauptsächlich zur schnellen Überbringung von Nachrichten im weitläufigen Reich Alexander des Großen verwendet.

Auf ausgewählten, geeigneten Anhöhen benutzten Boten dafür gleich große Ton – oder Metallgefäße mit Wasser (bis zu 3 Ellen hoch und bis zu 1 Elle breit), auf denen Schwimmer aus Kork schwammen, die von etwas geringerer Weite waren, als die Öffnungen. In der Mitte der Schwimmer waren Stäbe angebracht, die in gleiche (jeweils drei Finger breite) Teile aufgeteilt waren, darauf standen die jeweils vorher vereinbarten Nachrichten, z.B. „Reiter sind ins Land gekommen“. Der Bediener - „Sender“ hob eine entzündete Fackel hoch, um dem anderen Bediener - „Empfänger“ das Zeichen zum Absenden der Nachricht zu geben. Danach wartete er darauf, dass auch der „Empfänger“ zur Bestätigung eine brennende Fackel hochhob. Danach senkte er die Fackel, um das Zeichen zum gleichzeitigen Öffnen der Wasserhähne beide Anlagen zu geben. Die Leisten mit den Nachrichten senkten sich, und der „Sender“ erhob wieder seine Fackel, sobald die gewünschte Nachricht am Rand des Gefäßes angelangt war. So gab er dem „Empfänger“ das Zeichen zum gleichzeitigen Unterbrechen des Wasserauslaufs an beiden Gefäßen. Wegen der geometrischen Gleichheit der Gefäße, erschien die gewünschte Nachricht auch auf der Anlage des “Empfängers”.

QUELLE: „Polybios, Geschichte X, 43-44“, „Philon, Syntaxi Michanikis V“, „Polyaenos Stratigimata IV“