Fackelstationen und Leuchttürme

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Fackelstationen und Leuchttürme


Es handelt sich um eine geniale Methode optischer Nachrichtenübermittlung (Buchstabe für Buchstabe) zwischen Anhöhen, die einige Kilometer voneinander entfernt waren, durch ein von Kleoxenos und Dimokleitos im 3. Jhdt. v. Chr. erfundenes Kombinationssystem aus Fackeln. Das System kann als digital bezeichnet werden (zweistellig quintär), ist ein Vorläufer der heutigen Technologie und eine Idee, die bis ins 16. Jhdt. n. Chr. auf der ganzen Welt einzigartig war in ihrer Art. Durch einfachen Gebrauch von Feuersignalen (einer vorher vereinbarten Nachricht) und einem Netzwerk aus Leuchttürmen, das Palamides erfunden hatte, wurde - durch dessen Gehilfen Sinona - in einer Nacht bekannt, dass Troja an die Mykener gefallen war (Aischylos, „Agamemnon“).

Die „Leuchttürme“ wurden auf geeigneten Anhöhen gebaut. Jeder Leuchtturm bestand aus „zwei Mauern in Manneshöhe“ und an jeder von ihnen konnten fünf Fackeln befestigt werden. Zwischen den Mauern befand sich eine besondere „Dioptra“ (Zielvorrichtung mit zwei kleinen Röhren, damit vom „Leuchtturmwärter“ die Fackeln auf der rechten oder linken Seite des gegenüberliegenden Leuchtturms unterschieden werden konnten. Außerdem hatten die Leuchttürmwärter je fünf Tafeln, beschriftet mit den Buchstaben des Alphabets, zur Verfügung, die in Gruppen mit je fünf Buchstaben aufgeteilt waren. Die linken Fackeln auf der Seite des „sendenden“ Leuchtturmes gaben die Zahl der Tafel an, während die rechts angebrachten sich auf die Reihenfolge des Buchstaben auf der bestimmten Tafel bezogen. Begonnen wurde das Übermitteln dadurch, dass zwei Fackeln vom „Sender“ angebracht wurden, das wurde vom „Empfänger“ mit dem Anbringen von zwei Fackeln bestätigt und danach wurden die Fackeln auf beiden Seiten wieder entfernt.

Wenn zum Beispiel auf der linken Mauer zwei Fackeln aufgesteckt wurden und auf der rechten vier, wurde der Buchstabe “I” übermittelt.

QUELLE: „Polybios, Geschichte X, 45-47“