Der „Gott aus der Machine“ (Deus ex machina)

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Der „Gott aus der Machine“
(Deus ex machina)


Es handelt sich um eine Hebevorrichtung („Kran“) im antiken Theater (ab der Epoche des Aeschylus), die dazu benutzt wurde, das eindrucksvolle Schweben und das Herabsteigen auf die Bühne von für das Theaterstück wichtigen Personen (z.B. Helden, Götter usw.) zu bewerkstelligen, auch wurde es seltener für schwerere Lasten benutzt (z.B. Wagen oder Pferde mit Reitern, Podesten für den Tanz, usw.). Wenn man die Informationen aus der Bibliographie und den Tongefäßen zusammen betrachtet, sieht man, dass die Vorrichtung aus einem langen, gegliederten Stab bestand, der sich auf einen drehbaren, senkrechten Pfeiler stützte. Die Last wurde mit einem Seil („Aiora“) durch einen Flaschenzug und eine Handwinde, die sich auf beiden Seiten des Pfeilers befand, hochgehoben Der Pfeiler besaß ein Gegengewicht zum Ausgleich des Gewichts der befestigten Last. Die Vorrichtung befand sich hinter der Bühne in der Nähe des linken „Parodos“, in fast horizontaler Stellung. Der Bediener („Mechanopeios“) der Vorrichtung gab ihr (mit Hilfe der Griffe) die nötige Neigung und danach die nötige Drehung des Pfeilers, um die Last in die Mitte der Bühne zu bringen, nachdem er die Last (durch ein Gegengewicht) ins Gleichgewicht gebracht hatte. Möglicherweise half ein Rad am Ende des ins Gleichgewicht gebrachten Pfeilers den Bediener bei seiner Drehung. Wenn die Handlung es erforderte, konnte er auch ein Schwanken der stehenden Last verursachen. Am Schluß ließ er die Last mit Hilfe einer Winde auf dem Proskenion herab.

QUELLEN: „Vitruv, Zehn Bücher über Architektur X“, „Pollax Julius, Onomasticon“, „Hesychios von Alexandria, Lexikon“, „Aristophanes, Der Frieden (Eirene)“, „Aischylos, Europa-die Eumeniden-die Perser-Prometheus Desmotes,“ „Euripides, Andromeda-Bellerophontes-Elektra-Herakles-Ion-Medea-Orestes“, „Bieber, The history of Greek and Roman theater“