Methoden zur Halterung von Steinblöcken

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Methoden zur Halterung von Steinblöcken


Zum Heben der Steinblöcke wurden meist starke Seile um die Steinblöcke gelegt (mit Hilfe von Hölzern zum Schutz ihrer Kanten), die am Haken des Krans befestigt wurden. Da aber das Entfernen der Seile oft erschwert war (da die Seile nach dem Abladen des Steinblocks unter diesem zu liegen kamen), erfand man verschiedene intelligente Gurtsysteme für die Blöcke, wie:

A) Gurtsystem für die Blöcke mit Hilfe von U-förmigen Öffnungen, die in die obere Fläche und in das Innere des Blockes hinein geschlagen wurden (z.B. Olympia, Delphi, Aphaea, u.a.).

B) Gurtsystem für die Blöcke mit Hilfe von gehauenen Ausbuchtungen („Bossen“) an den längsseitigen Oberflächen der Steine, die normalerweise später abgeschlagen wurden (z.B. Parthenon, Propylaia u.a.).

C) Gurtsystem für die Blöcke mit Hilfe von radialen, gehauenen Rillen an der unteren Seite und (manchmal) an den Seitenflächen des Steinblocks (z.B. Selinus u.a.)

D) Gurtsystem für die Steinblöcke mit Hilfe von gehauenen U-förmigen Rillen in die Querseiten des Steines (z.B. Akragas, Aphaea, u.a.)

E) Gurtsystem für die Steinblöcke mit Hilfe eines Zangenpaares („Anker“ und „Haken“), die an Vorsprünge, Nuten und in geeignete, gehauene Öffnungen des Steinblockes geklemmt wurden (z.B. Akropolis, Olympia, Delphi, Epidaurus u.a.)

F) Gurtsystem für die Steinblöcke mit Hilfe eines „Krebses“, einer scherenartigen Gelenkzange, deren untere Enden sich in geeigneten Einbuchtungen an der Oberseite oder den Seiten des Steines verhakten und automatisch beim Hochheben noch mehr zudrückten (z.B. Sounion, u.a.).

G) Gurtsystem für die Steinblöcke mit Hilfe eines „Wolfes“, eines Systems mit zwei Teilen aus Metall oder (seltener) Holz, das eine rechteckig und das andere von trapezförmigem Durchschnitt, mit nur einer schrägen Seite, die in dazugehörende, trapezförmig gehauene Einbuchtungen (mit einer Schrägseite) des Steines eingepasst wurden, so dass sie sich während des Hebevorganges automatisch verkeilten (z.b. Thisseon, u.a.). Die Aufhängung geschah entweder über eine Öffnung oder über einen Haken am trapezförmigen Teil. In der späthellenistischen Epoche wurde ein „Wolf“ aus drei Teilen benutzt, zwei davon hatten trapezförmige Querschnitte mit entgegengesetzter Neigung („Glocke“).

QUELLEN: „Α. Ορλάνδος, Τα υλικά δομής των αρχαίων Ελλήνων (Ι και ΙΙ)“, „Μανώλης Κορρές, Από την Πεντέλη στον Παρθενώνα“