Die automatische Dienerin des Philon (der erste funktionierende Roboter der Geschichte)

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Die automatische Dienerin des Philon
(der erste funktionierende Roboter der Geschichte)


Es handelt sich um einen menschenähnlichen Roboter in Form einer Dienerin (in natürlicher Größe), die in ihrer rechten Hand einen Weinkrug hielt. Sobald der Besucher einen Becher auf ihre linke Handfläche stellte, schenkte sie am Anfang automatisch Wein in den Becher ein und danach Wasser zum Beimischen, ganz nach Belieben.

In Brusthöhe befanden sich im Inneren der Dienerin zwei dichte Behälter, von denen der eine mit Wein und und der andere mit Wasser gefüllt war. Auf ihrem Grund gab es zwei Röhrchen, die ihren Inhalt durch die rechte Hand zum Rand des Weinkrugs leiteten. Zwei Luftröhrchen führten vom oberen Teil der Behälter durch deren Boden bis in den Bauchbereich der Dienerin. Ihre linke Hand war durch ein Gelenk mit ihren Schultern verbunden, und eine spiralförmige Stange (Feder), die exzentrisch an ihrer Verlängerung befestigt war, hielt die Hand hoch. Zwei Rohre gingen vom selben Punkt (Schlüsselbein) ab, führten nach unten, gingen durch die gekrümmten, durchbohrten Enden der luftführenden Röhrchen und verschlossen diese. Die Rohre vom Schlüsselbein besaßen zwei Öffnungen an ihren Enden, die Öffnung, die zum Weingefäß führte, saß vor der Öffnung zum Wasserbehälter. Wenn man den Becher auf die Handfläche der Dienerin stellte, senkte sich ihre linke Hand und die Rohre des Schlüsselbeines hoben sich an. Die Öffnung in dem einen Rohr kam auf gleiche Höhe mit dem wasserführenden Röhrchen des Weinbehälters, Luft strömte in den Behälter und Wein floß durch das Röhrchen des Weinkruges in den Becher. Sobald der Becher zur Hälfte mit Wein gefüllt war, senkte sich die Hand durch das Gewicht tiefer, der Durchlauf des luftführenden Röhrchens für den Wein verschloss sich, und der Fluss wurde gestoppt. Gleichzeitig kam die Öffnung des zweiten Rohres mit dem Luftröhrchen des Wasserbehälters auf gleiche Höhe und Wasser fing an zu fließen, um den Wein zu verdünnen. Sobald der Becher gefüllt war, senkte sich die Hand wegen des Gewichtes noch tiefer, der Durchgang des Luftröhrchens für das Wasser verschloss sich und der Zufluss stoppte. Im Falle, dass der Becher in irgendeinem Moment weggenommen wurde, erhob sich der linke Arm, die Rohre des Schlüsselbeines senkten sich, verschlossen die Luftröhrchen, so dass sich ein Vakuum in den Gefäßen bildete und der Fluss der Flüssigkeiten aufhörte. Die Dienerin füllte also den Becher des Besuchers mit so viel reinem oder verdünnten Wein, wie es diesem beliebte, je nach dem Zeitpunkt, zu dem er den Becher von ihrer Handfläche entfernte.

QUELLE: „Philon von Byzanz, Pneumatika“