Der sich drehende, zwitschernde Vogel (Mönchsgrasmücke, sylvia atricapilla)

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Der sich drehende, zwitschernde Vogel (Mönchsgrasmücke, sylvia atricapilla)


Es handelt sich um einen Schrein, auf dem automatisch ein sich drehender und singender Vogel erschien, wenn ein Besucher das äußere Rad am Kasten drehte, sobald er in den Tempel trat. Der Apparat bestand aus zwei Achsen mit zwei miteinander verhakten Speichenrädern, und aus einer Vorrichtung zum Verursachen des Zwitscherns, die sich in einem umgedrehten, konkaven Behälter befand, der in ein Gefäß mit Wasser getaucht werden konnte. Die senkrechte Achse trug auf ihrer Spitze die Skulptur des Vogels, während die horizontale Achse an einem Ende das Antriebsrad hatte und am anderen eine Spule mit aufgewickeltem Seil, an dem das umgedrehte Gefäß hing. Die Vorrichtung für das Zwitschern bestand aus einer gebogenen Flöte mit seitlichem Mundstück, das mit dem Boden des umgedrehten Behälters kommunizierte, während ihr Ende ein wenig in einen Teller mit Wasser eintauchte.

Sobald man das Rad bewegte, drehte sich der Vogel schnell und das umgekehrte Behältnis sank in den Wasserbehälter, wobei die eingeschlossene Luft pfeifend aus der Flöte strömte. Wegen der vibrierenden Wasseroberfläche (durch den Luftdruck) am Eingang der Flöte, veränderte sich die Tonlänge und so hatten die verursachten Töne veränderliche Frequenzen, die das Zwitschern getreu nachgeahmten.

QUELLE: „Heron von Alexandria, Pneumatika“