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AUSSTELLUNGSSTÜCKE    >    Die Uhren der Griechen in der Antike    >   

Einführung


„ Wenn Du Deine Nase gegenüber der Sonne aufstellst, mit Deinem Mund weit offen, dann zeigst Du allen Vorbeigehenden die Uhrzeit an“ Griechische Anthologie 11.418 Greek Anthology 11.418

Die Zeitmessung ist warscheinlich die mysteriöseste und gleichzeitig beeindruckendste Beschäftigung des Menschen vom Anfang seiner Existenz an. Viele Völker vor den Griechen stellten Uhren – Kalender her, aber fast immer erschöpften sie sich in der Erbauung größerer, höherer und eindrucksvollerer Bauten (Stonehenge, die Obelisken der Ägypter etc.).

Im alten Griechenland, im Land der Mäßigung (der Mensch als Maßstab), diente die Wissenschaft auf vorzügliche Weise der Technologie, und die Griechen (vom 6. Jhdt. v.Chr. bis zum Ende des antiken Zeitalters) dachten sich eine fantastische Sammlung von Uhren aus, die sich durch unbeschränkte Fantasie, erstaunliche Vielfalt, hohen ästhetischen Wert und außerordentliche Ergonomie auszeichneten. Diese Uhrensammlung macht sie im Wandel der Jahrtausende gewissermaßen zu den absoluten Herren über die Zeit.

In fast allen alten Kulturen nannte man die Zeit zwischen Sonnenauf-und untergang „Tag“ und unterteilte sie in 12 Stunden unterschiedlicher Länge, entsprechend der sich ständig verändernden Tageslänge während des Jahres. Das Jahr wurde in 12 Teile aufgeteilt (Sternzeichen), die den gleichnamigen Sternbildern entsprachen. So zählten die antiken Uhren 365 verschiedene Stundenläufe (entsprechend des Jahrestages), während sie gleichzeitig auch als Kalender dienten. Die nachgebauten Modelle der Sonnenuhren auf den nächsten Seiten sind für die Zeitmessung an Orten mit geographischer Breite 37° 40´ ausgelegt.

Wegen der Rotation der Erde um ihre eigene Achse wird in jedem Augenblick die Hälfte ihrer Kugeloberfläche von der Sonne beschienen, während die andere Hälfte im Schatten liegt.

Die scheinbare Jahresumlaufbahn der Sonne am Himmelsgewölbe (nach dem hypothetischen geozentrischen System des Universums) wird als ekliptisch bezeichnet und bildet mit der Rotationsachse der Erde einen Winkel von 23° 27´. Aus diesem Grund gibt es das Phänomen der Jahreszeiten und der unterschiedlichen Tages-und Nachtlängen.

Tagundnachtgleiche Frühling: 21.März (Länge des Tages = Länge der Nacht = 12 Stunden)

Frühling: 21.3. – 21.6. (92 Tage und 20,2 Stunden)

Sommersonnenwende: 21. Juni (längste Tagesdauer = 14 Stunden, an Orten mit geographischer Breite 37° 40´, geringste Nachtdauer)

Sommer: 21.06. – 22.09. (93 Tage und 14,4 Stunden)

Tagundnachtgleiche Herbst: 22.September (Länge des Tages = Länge der Nacht = 12 Stunden)

Herbst: 22.09. – 22.12. (89 Tage und 18,7 Stunden)

Wintersonnenwende: 22. Dezember (geringste Tagesdauer = 9 Stunden an Orten mit geographischer Breite 37° 40´, längste Nachtdauer)

Winter: 22.12. – 21.03. (89 Tage und 0,5 Stunden)

ARTEN DER GRIECHISCHEN UHREN DER ANTIKE

Sonnenuhren

Die Stunden wurden entweder vom Schatten eines horizontalen, senkrechten oder schrägstehenden Schattenzeigers (Gnomon) angezeigt, der auf eine speziell geeichte Oberfläche fiel, oder mit Hilfe einer Marke (eines Lichtflecks), verursacht von Sonnenstrahlen, die durch eine Öffnung schienen.

Wasseruhren (Klepsydra)

Ihre Funktionweise basiert auf dem konstanten, ununterbrochenen Fluss von Wasser zwischen zwei Gefäßen.